{"id":2090,"date":"2018-02-06T19:44:26","date_gmt":"2018-02-06T18:44:26","guid":{"rendered":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=2090"},"modified":"2018-02-06T19:44:26","modified_gmt":"2018-02-06T18:44:26","slug":"integration-wie-geht-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=2090","title":{"rendered":"&#8222;Integration&#8220; Wie geht das?"},"content":{"rendered":"<h2>Die FOSBOS Scheyern zeigt wie!<\/h2>\n<p><em>von Joseph Seidl, Nico Merkl und Maria H\u00e4uslmeier<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Donnerstagmorgen, 8 Uhr. Wir betreten das Klassenzimmer. Blicke treffen uns. \u201eGuten Morgen!\u201c, rufen wir in die Klasse. Freundliches Gr\u00fc\u00dfen kommt zur\u00fcck. Jetzt ist die Neugier in den Gesichtern zu sehen. Der Besuch in der Integrationsklasse ist uns sehr am Herzen gelegen und da wir im Deutschunterricht die M\u00f6glichkeit einer Recherche bekommen haben, haben wir diese sofort ergriffen. Mit unseren vorbereiteten Fragen stehen wir also nun vor den Sch\u00fclern. \u201eHey, wer seid ihr denn?\u201c, fragt ein junger Mann aus der zweiten Reihe. Wir stellen uns vor. Schnell wird klar, dass hier viele verschiedene Kulturen aufeinander treffen: Die Mehrheit der Sch\u00fcler kommt aus Afghanistan, aber Syrer, Nigerianer und Iraker sind auch vertreten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wir erfahren, dass die Klasse sehr dankbar ist, die M\u00f6glichkeit zu haben, in die Schule gehen zu k\u00f6nnen. Nicht jeder bekommt diese Chance, denn die Integrationsklassen reichen nicht f\u00fcr die Anzahl der berufsschulpflichtigen Asylbewerber aus. Eine schwierige Situation, denn gerade die Schule ist extrem wichtig, um die deutsche Sprache zu lernen und Wissen f\u00fcr die eigene berufliche Zukunft in Deutschland zu erwerben. Die deutsche Grammatik stellt die Sch\u00fcler t\u00e4glich vor neue Herausforderungen. Allerdings ist Aufgeben keine Option, da jeder von ihnen einen Berufswunsch hat, den er in Deutschland realisieren m\u00f6chte. Die W\u00fcnsche reichen von Friseur \u00fcber KFZ-Mechaniker bis zum Fachmann f\u00fcr Fensterbau. Durch diese konkreten Ziele steigt die Motivation.\u00a0Doch diese allein reicht leider nicht aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Alle Sch\u00fcler\u00a0m\u00fcssen zudem die M\u00f6glichkeit haben, lernen zu k\u00f6nnen. Das bereitet den meisten jedoch Probleme, da ihre Wohnsituation oft sehr schwierig ist. Fast jeder der Sch\u00fcler aus der Integrationsklasse erz\u00e4hlt uns, dass er mit vier oder mehr Mitbewohnern auf engstem Raum zusammenlebt. Dabei geraten sie des \u00d6fteren aneinander, weil die M\u00f6glichkeit des R\u00fcckzugs fehlt. Die Zeit zum Lernen und zum Schlafen, um am n\u00e4chsten Tag wieder die von ihnen erwartete Leistung zu bringen, r\u00fcckt daher manchmal in den Hintergrund. Die schlechte Situation in vielen Unterk\u00fcnften zeigt sich auch an der geringen Anzahl der \u00a0Betreuer, die sich um die Angelegenheiten der jungen M\u00e4nner k\u00fcmmern. Nat\u00fcrlich ist dies nicht pauschal f\u00fcr alle zutreffend, dennoch ist dies ein Problem. Der Schlafmangel ist den meisten Sch\u00fclern auch etwas anzusehen. Sie erz\u00e4hlen uns, dass manche mit der Ersch\u00f6pfung nicht zurechtkommen und somit des \u00d6fteren nicht in die Schule kommen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Als wir sie nach ihren Freizeitaktivit\u00e4ten fragen, fangen alle begeistert an zu erz\u00e4hlen. Viele spielen mit Freude Fu\u00dfball, Tischtennis, Tennis oder Basketball. Manche sogar im Verein. Das ist extrem wichtig, da sie einen Ausgleich brauchen. Jeder hat sich einmal eine Auszeit verdient! Dabei erfolgt die Integration automatisch, denn durch die Mitgliedschaft im Verein wird Zusammenhalt gest\u00e4rkt und werden Freundschaften geschlossen. Die M\u00f6glichkeit, in einem Verein mitzumachen, hat nicht jeder, da es f\u00fcr viele durch fehlende Busverbindungen nicht m\u00f6glich ist, die Trainingszeiten einzuhalten. Ein Sch\u00fcler erz\u00e4hlt, dass er trotz seines Talents keine M\u00f6glichkeit hat, einem Verein beizutreten, da seine Unterkunft zu weit au\u00dferhalb liegt. Man sieht die Entt\u00e4uschung in seinen Augen, aber dennoch spielt er in seiner Freizeit mit seinen Freunden aus der Unterkunft. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gerade Freunde sind ein sehr wichtiger Halt f\u00fcr die Sch\u00fcler, da der Kontakt zu den Eltern sehr schwierig ist. \u201eIch w\u00fcrde gerne meine Familie sehen\u201c, sagt ein Sch\u00fcler. F\u00fcr uns eine unvorstellbare Situation, die Familie nicht bei sich haben zu k\u00f6nnen, nichts von ihnen zu h\u00f6ren. Wir k\u00f6nnen uns nicht vorstellen, welche schlimmen Erlebnisse die teilweise noch Minderj\u00e4hrigen vor ihrem Aufenthalt in Deutschland erlebt haben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Um der Integrationsklasse zu zeigen, dass sie zur FOSBOS Scheyern dazugeh\u00f6ren, haben FOS-Klassen mit ihnen gemeinsam die Weihnachtsfeier ausgerichtet. Damit geht die Schule mit einem guten Beispiel voran. Wir sind jedenfalls der Meinung, dass sich die Klasse trotz einiger Probleme bei der Integration auf dem richtigen Weg befindet.<\/span><\/p>\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die FOSBOS Scheyern zeigt wie! von Joseph Seidl, Nico Merkl und Maria H\u00e4uslmeier Donnerstagmorgen, 8 Uhr. Wir betreten das Klassenzimmer. 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