{"id":2845,"date":"2022-03-09T12:30:40","date_gmt":"2022-03-09T11:30:40","guid":{"rendered":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=2845"},"modified":"2022-03-09T17:07:35","modified_gmt":"2022-03-09T16:07:35","slug":"eine-flut-von-kuendigungen-und-ihre-urspruenge-die-usa-im-arbeitskraeftemangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=2845","title":{"rendered":"Eine Flut von K\u00fcndigungen und ihre Urspr\u00fcnge                  &#8211; Die USA im Arbeitskr\u00e4ftemangel"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Elias Amorth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ab dem Fr\u00fchjahr 2020 hatte die Corona-Pandemie auch die Vereinigten Staaten fest im Griff. Was darauf folgte, war eine Welle von Entlassungen, durch den \u00dcberlebenskampf der einzelnen Unternehmen, um weiterhin wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben.<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dass gerade in diesen Zeiten das Ph\u00e4nomen der gro\u00dffl\u00e4chigen \u201eResignation\u201c (K\u00fcndigung, bzw. R\u00fccktritt zu Deutsch) weiter Einzug h\u00e4lt, scheint ungew\u00f6hnlich.&nbsp;<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte man doch meinen, dass am Beispiel der \u00fcber 20 Millionen Entlassungen allein im US-Bundesstaat Washington jeder, dem der Arbeitsplatz noch gesichert ist, froh \u00fcber dieses Privileg sein m\u00fcsste, so stiegen die Zahlen seit Juli 2021 kontinuierlich auf \u00fcber 4 Millionen K\u00fcndigungen pro Monat (Tendenz steigend) an. Bis November gaben somit \u00fcber 20 Millionen Arbeitnehmer ihre Stellen auf, was laut dem US-Arbeitsministerium einem neuen H\u00f6chstwert seit Dezember 2000 entspricht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch welche Gr\u00fcnde gibt es f\u00fcr diesen Wandel und wie k\u00f6nnen die Arbeitgeber dem Einhalt gebieten?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bisweilen gibt es keine weiteren Angaben des Arbeitsministeriums bez\u00fcglich m\u00f6glicher Hintergr\u00fcnde f\u00fcr die Ver\u00e4nderungen. Experten sind sich jedoch einig, der Ursprung liege mit hoher Wahrscheinlichkeit bei unterschiedlichsten Verhaltens\u00e4nderung und Motiven der Arbeitnehmer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Home-Office &#8211; ein Trend mit Bestandsgarantie, auch in der Zukunft?<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Verlagerung der Arbeitspl\u00e4tze von den Firmenr\u00e4umen in die eigenen vier W\u00e4nde, als Hygienema\u00dfnahme w\u00e4hrend der Pandemie, boomte das Home-Office in den verschiedensten Branchen weltweit, so auch in den USA. Die Vorteile f\u00fcr Arbeitnehmer: Familie, Freunden und auch den Freizeitaktivit\u00e4ten konnte mehr Zeit gewidmet werden, wodurch eine bessere Entfaltung im Berufs- wie auch Privatleben entstand. Gerade durch die w\u00e4hrend der Infektionswellen von der Regierung verordneten Ma\u00dfnahmen, wie Kontaktbeschr\u00e4nkungen und Ausgangssperren, ergab sich eine allgemeine Tendenz, famili\u00e4re wie auch freundschaftliche Beziehungen intensiver zu pflegen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfes Umdenken fand auch im Bereich der Work-Life-Balance statt, so fordern immer mehr Angestellte mehr Freizeit bei gleichbleibender Bezahlung, was die Arbeitgeber bei selbigen, tendenziell sogar steigendem Arbeitspensum vor eine Herausforderung stellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch in Anbetracht all der Vorteile, die die Telearbeit f\u00fcr die Arbeitnehmer zu bieten hat, stellt sich schlussendlich doch die entscheidende Frage, ob diese auch \u00fcber die Pandemie hinaus weiterhin so gef\u00f6rdert werden wird. Wer kann dieses Arbeitskonzept beispielsweise weiterhin so anbieten? \u2013 Entscheidend f\u00fcr die Arbeitnehmer, denn die erlangte Autonomie wird ungern wieder aufgegeben werden wollen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie der Internationale W\u00e4hrungsfond mitteilte, sei die durch die Corona-Pandemie hervorgerufene Rezession wesentlich st\u00e4rker, im Vergleich zu Wirtschaftseinbr\u00fcchen der vergangenen Jahre. Dies hat zur Folge, dass es auch dementsprechend l\u00e4nger dauern wird, bis sich der Arbeitsmarkt davon wieder erholt hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Den Mitarbeitern in diesen Zeiten also mehr Geld anbieten zu k\u00f6nnen, auch um Arbeitsstellen attraktiver f\u00fcr Bewerber zu machen, setzt ein gewisses finanzielles Fundament voraus. Eine Tatsache, die vor allem kleineren Firmen im Konkurrenzkampf sauer aufsto\u00dfen k\u00f6nnte, da diese meist \u00fcber weitaus geringere Mittel verf\u00fcgen als ihre industriellen Mitstreiter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausblicke auf den zuk\u00fcnftigen Arbeitsmarkt \u2013 Firmenanstellung oder doch Startup?<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gro\u00dfe Rolle spielt auch, das Konzept des Home-Office postpandemisch weiter anbieten zu k\u00f6nnen. Zeigt eine j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte Studie beispielsweise, dass vor allem junge M\u00fctter die M\u00f6glichkeiten der Telearbeit weiterhin vorziehen w\u00fcrden, um fortlaufend der Kinderbetreuung mehr Zeit widmen zu k\u00f6nnen, so stellt auch diese Umstellung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses die Firmen vor eine unsichere Planungsgrundlage bez\u00fcglich des Arbeitspensums, wie auch der Verteilung der Arbeit. Das dies aber vor allem f\u00fcr gro\u00dfe Konzerne wie Google und Amazon kein Problem darstellen sollte, zeigt das von den Firmen zuk\u00fcnftig angebotene Zwei-Tage-Home-Office-Konzept mit der zus\u00e4tzlichen M\u00f6glichkeit, einen weiteren ganzen Monat von zu Hause aus arbeiten zu k\u00f6nnen \u2013 ein Grund, weshalb gerade viele kleine Firmen oft Konkurs anmelden m\u00fcssen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folge davon ist eine Aufspaltung in unz\u00e4hlig viele Ministartups. Die Zahl der Startups erreichte bereits im Juli vergangenen Jahres, mit gut zehn Millionen verzeichneten Neugr\u00fcndungen binnen eines Jahres einen neuen H\u00f6chststand, seit Einf\u00fchrung der Statistik.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Not macht erfinderisch, so hei\u00dft es, was sich gerade am Wandel des Arbeitsmarktes in den USA in Bezug auf Corona verzeichnen l\u00e4sst. Denn noch nie zuvor verlie\u00dfen so viele Menschen freiwillig ihre Arbeitsstellen, um fortan auf eigenes Risiko und eigene Rechnung zu arbeiten. So hatten beispielsweise Branchen, wie der Einzelhandel und die Gastronomie, die es w\u00e4hrend der Lockdowns besonders hart traf, die meisten Neuer\u00f6ffnungen von Startups zu verzeichnen. Waren in den Jahren vor der Pandemie die Gr\u00fcndungen neuer Kleinunternehmen stetig geschwunden, so expandierten diese w\u00e4hrend der von Regierungsseite auferlegten Stillst\u00e4nde umso mehr, da gerade in den Vorst\u00e4dten und Wohnvierteln auf Grund von Home-Office Caf\u00e9s und Bistros mehr denn je gefragt waren. Ein Wandel, der wohl vor allem durch die billionenschweren Covid-Hilfspakete der Regierung wie auch staatlichen Leistungen erm\u00f6glicht wurden, wodurch viele Amerikaner die Chance hatten, in eine finanziell gute Lage zu gelangen, was sich vor allem in der Halbierung der Armutsrate des Landes verzeichnen lie\u00df.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstst\u00e4ndigkeit ist ein Traum, der f\u00fcr die meisten Arbeitenden lange mit zu hohem Risiko behaftet war, um ihn sich zu verwirklichen. Mit staatlicher Unterst\u00fctzung fiel es aber nun deutlich leichter, den ersten Schritt zur Selbstst\u00e4ndigkeit zu gehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ob sich nun aber Homeoffice und Festanstellung in einem Industriekonzern oder aber die Gr\u00fcndung eines Startups durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Was sich allerdings klar erkennbar abzeichnet, ist ein vielf\u00e4ltiger Arbeitsmarkt im Wiederaufbau, der die Bed\u00fcrfnisse und auch Ideen des Einzelnen immer mehr zu ber\u00fccksichtigen und zu unterst\u00fctzen scheint.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>von Elias Amorth Ab dem Fr\u00fchjahr 2020 hatte die Corona-Pandemie auch die Vereinigten Staaten fest im Griff. 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