{"id":3014,"date":"2023-01-25T12:47:57","date_gmt":"2023-01-25T11:47:57","guid":{"rendered":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=3014"},"modified":"2023-01-25T12:47:58","modified_gmt":"2023-01-25T11:47:58","slug":"foederalismus-in-der-bildung-ist-das-ge-recht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=3014","title":{"rendered":"F\u00f6deralismus in der Bildung \u2013 ist das (ge-) Recht?"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Kommentar von Fabienne He\u00dfberg und Maximilian Feistenberger<\/p>\n\n\n\n<p>30.11.2022 \/ Lesezeit: 4 Minuten<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"199\" src=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bild-Englisch-Unterricht_Grundschule-300x199.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3015\" srcset=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bild-Englisch-Unterricht_Grundschule-300x199.png 300w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bild-Englisch-Unterricht_Grundschule-200x133.png 200w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bild-Englisch-Unterricht_Grundschule-768x510.png 768w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bild-Englisch-Unterricht_Grundschule-400x266.png 400w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bild-Englisch-Unterricht_Grundschule.png 994w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Englischunterricht an einer Grundschule (Foto: unsplash)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Der aktuelle Unterricht an deutschen Schulen wird durch den Bildungsf\u00f6deralismus aufgehalten. Die Beseitigung dieses B\u00fcrokratiemonsters sollte oberste Priorit\u00e4t haben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 1. September 2006 trat die deutsche F\u00f6deralismusreform im Bereich der Bildung in Kraft. Seit jeher kann man unserer Bundesrepublik mit ihrer fortw\u00e4hrenden Debatte um den Bildungsf\u00f6deralismus ein Armutszeugnis ausstellen \u2013 Politiker stehen dabei endlos debattierend einem l\u00f6sungsorientiertem Denken im Weg. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der Fachkr\u00e4ftemangel Alltag und der u.a. damit einhergehende Schrei nach Bildungsgerechtigkeit kaum gr\u00f6\u00dfer war.<\/p>\n\n\n\n<p>In erster Linie argumentieren Bef\u00fcrworter, dass vor Deutschlands historischem Hintergrund eine klare Verteilung der Zust\u00e4ndigkeiten auf die 16 Bundesl\u00e4nder eine demokratische Mindestbedingung sei. Au\u00dferdem sei so die Schuldzuweisung von Missst\u00e4nden an Schulen eindeutiger, wodurch etwa Stundenausf\u00e4lle gezielter bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass aber eben genau die Zusammenarbeit der einzelnen L\u00e4nder die L\u00f6sung dieses Problems ist, wird nicht gesehen. So w\u00e4re ohne den F\u00f6deralismus beispielsweise der Ausgleich des Lehrermangels deutlich einfacher, da Lehrer, die zum Beispiel in Niedersachsen studiert haben, nun auch in Bayern unterrichten d\u00fcrften und andersherum.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn wir schon \u00fcber das deutsche B\u00fcrokratiemonster sprechen, sollte man in diesem Zusammenhang auch den Digitalpakt nicht au\u00dfer Acht lassen. Was anf\u00e4nglich vor allem angesichts der aktuellen Corona-Pandemie als DIE Modernisierung schlecht hin verkauft wurde, gestaltet sich mittlerweile als ein nicht&nbsp; zu bew\u00e4ltigendes Chaos. Zun\u00e4chst galt die einheitliche Digitalisierung aller deutschen Schulen bis 2024 in der Politik als revolution\u00e4rer Einfall, jedoch hatten Deutschlands schlaue K\u00f6pfe nicht bedacht, dass die alleinige Anschaffung digitaler Endger\u00e4te zur Nutzung in den Schulen nicht ausreicht. Denn durch den F\u00f6deralismus ist die Digitalisierung des Unterrichts je nach Bundesland und Schule mehr beziehungsweise in den meisten F\u00e4llen weniger fortgeschritten. Daher bedarf es sowohl Fortbildungsma\u00dfnahmen zum sinnvollen Einsatz der Hard- und Software f\u00fcr Lehrer als auch zur Heimnutzung bereitgestellte Laptops oder Tablets f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aus finanziell schwachen Familien.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Bereich der Mobilit\u00e4t machen sich die drastischen Auswirkungen stark variierender Lehrpl\u00e4ne schmerzlich sp\u00fcrbar. Sowohl Eltern als auch ihre Kinder zerbrechen sich bei berufsbedingten Umz\u00fcgen den Kopf um deren schulische Zukunft. In Anbetracht der unterschiedlichen Anforderungen, welche in den Schulsystemen der jeweiligen Bundesl\u00e4nder herrschen, ist dies auch mehr als verst\u00e4ndlich. Besonders diffizil wird es dann unter anderem beim Abitur, denn der Wert der Abschl\u00fcsse wird von potenziellen Arbeitgebern und der Gesellschaft je nach Bundesland unterschiedlich angesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Qualit\u00e4t des Unterrichts und des damit einhergehenden Schulabschlusses basiert dabei ma\u00dfgebend auf dem finanziellen Budget des jeweiligen Bundeslandes \u2013 bl\u00f6d nur, dass nicht alle 16 L\u00e4nder \u00fcber denselben Geldbetrag verf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es also noch gerecht, den F\u00f6deralismus im Namen der Bildungsvielfalt aufrechtzuerhalten? Oder ist es das Recht eines jeden Sch\u00fclers, dieselbe Bildung zu erfahren?<\/p>\n\n\n\n<p>Bayerns \u201eelit\u00e4ren\u201c Sch\u00fclern bringt es jedenfalls nichts, zwar mehr gesellschaftliche Anerkennung zu erhalten, aber trotzdem aufgrund von tendenziell schlechter ausfallenden Notendurchschnitten auf den endlos langen Wartelisten deutscher Universit\u00e4ten zu landen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei w\u00e4re es so einfach, die immer wieder aufflammende Debatte um die Zeitm\u00e4\u00dfigkeit des Bildungsf\u00f6deralismus beizulegen \u2013 im Sinne der Chancengleichheit f\u00fcr alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein Kommentar von Fabienne He\u00dfberg und Maximilian Feistenberger 30.11.2022 \/ Lesezeit: 4 Minuten Der aktuelle Unterricht an deutschen Schulen wird durch den Bildungsf\u00f6deralismus aufgehalten. 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