{"id":327,"date":"2014-10-10T17:28:29","date_gmt":"2014-10-10T15:28:29","guid":{"rendered":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=327"},"modified":"2015-06-30T08:03:18","modified_gmt":"2015-06-30T06:03:18","slug":"ich-gehoere-schon-fast-zum-inventar-hier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=327","title":{"rendered":"\u201eIch geh\u00f6re schon fast zum Inventar hier.\u201c"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/plukas.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-703 alignright\" src=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/plukas.jpg\" alt=\"plukas\" width=\"174\" height=\"260\" \/><\/a>Pater Lukas \u00fcber den Alltag eines M\u00f6nches im Kloster Scheyern.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Danke dass Sie sich die Zeit f\u00fcr dieses Interview nehmen, Pater Lukas. Apropos Zeit, wann beginnen Sie Ihren Tag?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Tag beginnt f\u00fcr uns relativ fr\u00fch und zwar um f\u00fcnf Uhr, weil wir uns um halb sechs das erste Mal zum gemeinsamen Chorgebet treffen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Gibt es Besonderheiten beim Fr\u00fchst\u00fcck nach dem ersten Gebet?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Zwischen Morgengebet und Fr\u00fchst\u00fcck ist Zeit f\u00fcr Meditation oder f\u00fcr das Studium. Beim Fr\u00fchst\u00fcck selbst herrscht Schweigen, also es wird nicht gro\u00df geratscht.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Wie gehen dann die Gebete und Gottesdienste \u00fcber den Tag verteilt weiter?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir treffen uns neben dem schon genannten Morgengebet wieder Mittags um 12, um sechs Uhr Abends und dann noch mal um 20 vor acht.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Sie alle haben Berufe und Aufgaben, durch die das Kloster finanziert wird.<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der hl. Benedikt schreibt: \u201esie sind nur dann echte M\u00f6nche, wenn sie von ihrer H\u00e4nde Arbeit leben.\u201c Das hei\u00dft, jeder bringt sich in den Bereichen ein, die er gelernt hat oder die er kann. Das sind zum einen die Studierten, meist die Patres, im Bereich der Seelsorge, der Schule und des wissenschaftlichen Tuns. Zum anderen sind das unsere Br\u00fcder, die Fratres, im Bereich der Hausverwaltung oder der Landwirtschaft.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Pater und Frater?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Unterschied liegt eigentlich in der Priesterweihe. Die Patres sind Priester, die Fratres nicht. Fr\u00fcher hat man zwischen Akademikern und Nichtakademikern unterschieden, aber die Grenzen sind flie\u00dfend.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Welche Aufgaben haben speziell Sie \u00fcbernommen?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ich bin im Kloster verantwortlich f\u00fcr die Wirtschaftsbetriebe, die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. Daneben bin ich ein paar Stunden in der Schule t\u00e4tig und Pfarrer in einer kleinen Pfarrei.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Was haben Sie aktuell mit der Baustelle des Neubaus zu tun?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Relativ viel. Die Schule selbst ist nur der Nutzer. Der Bau und der Unterhalt des Geb\u00e4udes liegen komplett beim Kloster. Der Staat sorgt f\u00fcr die Bezahlung der Lehrkr\u00e4fte, das Landratsamt k\u00fcmmert sich um den t\u00e4glichen Bedarf der Schule, wie etwa die EDV-Ausstattung.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Sie M\u00f6nche leben ja nach dem Prinzip von \u201eOra et labora et lege\u201c (\u201eBete und arbeite und lies\u201c &#8211; Anm. d. Red.). In welchem Zeitverh\u00e4ltnis stehen die anderen Aktivit\u00e4ten mit Ihren Berufen?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">An und f\u00fcr sich stehen das Gebet, die Lesung, die Meditation und das Studium im Vordergrund; vom zeitlichen Rahmen sind es nat\u00fcrlich alle anderen Aktivit\u00e4ten, das muss ich letztlich zugeben. Aber ich glaube, man muss sich einfach individuelle und gemeinsame Zeit f\u00fcr Meditation und Gottesdienste nehmen, sonst w\u00fcrde man auch alle anderen Aufgaben auf Dauer nicht machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Pater Lukas \u2013 wie und warum wurde dieser Name f\u00fcr Sie ausgew\u00e4hlt?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das ist ein uralter Brauch. Durch den Eintritt ins Kloster beginnt St\u00fcck weit ein neues Leben. Mit diesem Neubeginn erh\u00e4lt man auch einen neuen Namen. Inzwischen kann man dem Herrn Abt ein paar Vorschl\u00e4ge machen, an die er sich vielleicht h\u00e4lt, aber im Gro\u00dfen und Ganzen entscheidet er bei der Namensvergabe.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Apropos Abt \u2013 wie l\u00e4uft die Wahl ab und wie lange ist die Amtszeit?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Abt wird aus der Gemeinschaft gew\u00e4hlt. Seine Amtszeit ist auf Lebenszeit, wobei die \u201eLebenszeit\u201c bei uns bis zum Alter von 70 Jahren geht. Sp\u00e4testens dann bietet er seinen R\u00fccktritt an.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Zur\u00fcck zu Ihnen; wie verbringen Sie Ihre Freiheit?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ich bin ein Mensch der sehr gerne in der Natur unterwegs ist. Mein eigentliches Hobby sind die Berge, bergsteigen und so weiter. Des Weiteren investiere ich mit Freude Zeit in Geschichte und Kultur.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Sie k\u00f6nnen dann auch mal ganz normal Urlaub nehmen und in die Berge fahren?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ja, alle Mitglieder unserer Gemeinschaft haben normalerweise drei Wochen Urlaub, die dann relativ frei gestaltet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Gibt es Einschr\u00e4nkungen beim Besitz von privaten Gegenst\u00e4nden?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Bis auf Kleinkram hat der M\u00f6nch eigentlich kein Privateigentum. Wenn wir etwas im weltlichen Sinne verdienen, dann flie\u00dft das in die Gemeinschaftskasse, in die auch die Einnahmen der Klosterbetriebe einflie\u00dfen. Von diesem Geld bestreiten wir unsere Aufgaben. Der geringste Teil ist wohl der Lebensunterhalt f\u00fcr die Mitbr\u00fcder, die gro\u00dfe Herausforderung ist letztlich der Unterhalt der Geb\u00e4ude und jetzt auch der Neubau der Schule. Das kann man sich vielleicht gar nicht so leicht vorstellen, was das f\u00fcr die Gemeinschaft bedeutet und was man da eigentlich auch in junge Menschen investiert. Das w\u00fcrden wahrscheinlich nur wenige tun, aber uns ist das wichtig.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Warum sind Sie M\u00f6nch geworden?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ich bin seit 1993 M\u00f6nch, ich geh\u00f6re schon fast zum Inventar hier (lacht). Mich hat der Beruf des Seelsorgers schon immer fasziniert, weil man mit Menschen zu tun hat. Und ich glaube ich bin kein Einzelk\u00e4mpfer, deshalb die Kombination aus Arbeit mit Menschen und Leben in der Gemeinschaft. Nat\u00fcrlich kommt auch noch die religi\u00f6se Komponente mit dazu.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Wie viele M\u00f6nche leben aktuell im Kloster Scheyern?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Unsere Gemeinschaft besteht aus 13 Mitbr\u00fcdern.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Welche Rolle hat Scheyern in der Entstehungsgeschichte der Berufsoberschulen gespielt?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre wollte der Staat ein Gymnasium in der der Region haben, welches mit dem klostereigenen Gymnasium verschmolzen werden sollte. Die Mitbr\u00fcder waren generell f\u00fcr ein Gymnasium, aber nicht in dieser gro\u00dfen Form, weil dazu einfach der Platz nicht gereicht hat. In der Gemeinschaft kam dann die Idee, jungen Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung das Abitur zu erm\u00f6glichen. In der Region gab es damals gro\u00dfen Widerstand, aber das Kultusministerium hat diese Idee bef\u00fcrwortet. Dieses Konzept hat sich dann im Laufe der Zeit zur heutigen BOS etabliert.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Vielen Dank f\u00fcr die interessanten Einblicke in das Leben und den Alltag eines M\u00f6nches im Kloster Scheyern.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Pater Lukas \u00fcber den Alltag eines M\u00f6nches im Kloster Scheyern.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":10,"featured_media":703,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[46,45],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/327"}],"collection":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=327"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/327\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1258,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/327\/revisions\/1258"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/703"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}