{"id":668,"date":"2014-11-20T07:35:53","date_gmt":"2014-11-20T06:35:53","guid":{"rendered":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=668"},"modified":"2015-07-26T09:03:35","modified_gmt":"2015-07-26T07:03:35","slug":"keiner-goennt-dem-anderen-einen-hauch-eine-prise-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=668","title":{"rendered":"Keiner g\u00f6nnt dem anderen einen Hauch, eine Prise Land"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1237\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/bethlehem-paolo-cuttitta.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1237\" class=\"  wp-image-1237 size-large\" src=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/bethlehem-paolo-cuttitta-300x225.jpg\" alt=\"bethlehem-paolo-cuttitta\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/bethlehem-paolo-cuttitta-300x225.jpg 300w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/bethlehem-paolo-cuttitta-200x150.jpg 200w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/bethlehem-paolo-cuttitta-40x30.jpg 40w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/bethlehem-paolo-cuttitta-174x131.jpg 174w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/bethlehem-paolo-cuttitta-70x53.jpg 70w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/bethlehem-paolo-cuttitta.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1237\" class=\"wp-caption-text\">Grenze bei Bethlehem \/ Paolo Cuttitta \/ <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\">CC BY 2.0<\/a><\/p><\/div>\n<p><em>Scheyern, 17. November 2014<br \/>\n<\/em><br \/>\nEs war eine einpr\u00e4gsame Erz\u00e4hlung \u00fcber die Geschichte der Pal\u00e4stinenser und das Leben hinter Mauern, das gerade in Deutschland nicht jedem unbekannt ist.<br \/>\nEs war die Wahrheit. Aus der Sicht einer Pal\u00e4stinenserin und mit ihren Worten.<\/p>\n<p>Faten Mukarker kam mit wenigen Monaten nach Deutschland, ihre Eltern fl\u00fcchteten aus einem noch heute besetzten Pal\u00e4stina, aus dem Heiligen Land, wie sie es lieber nennt. Faten wurde 1956 nahe Bethlehem geboren und wuchs in Bonn auf. In zwei verschiedenen Welten: Vormittags war sie in Deutschland. Wenn sie nach der Schule die T\u00fcrschwelle \u00fcbertrat, legte sie das Deutsche ab und betrat die andere Welt ihrer Familie, die arabische. Als junge Frau wurde sie verheiratet und hatte Gl\u00fcck, wie sie sagt, denn ihr Mann ist ein guter Mann. Heute ist Faten Mukarker Friedensaktivistin, Reiseleiterin und Buchautorin.<br \/>\nAn der FOS\/BOS Scheyern sprach sie \u00fcber zwei einst friedlich miteinander lebenden V\u00f6lker, den Alltag hinter Mauern und den Wunsch nach Freiheit.<\/p>\n<p><strong>\u201eLand ohne Volk f\u00fcr ein Volk ohne Land.\u201c<br \/>\n<\/strong><br \/>\nZitierte Mukarker Theodor Herzl, \u201ewas er dabei verga\u00df\u201c, sagte sie \u201eist dass das Land gar nicht ohne Volk war.\u201c Zionismus habe zum Nahost Konflikt gef\u00fchrt, nicht der Antisemitismus, wie es in den westlichen Medien oft verbreitet w\u00fcrde, so die Christin.<br \/>\nEin Konflikt, der sich 1947 mit der Gr\u00fcndung des Staates Israel zuspitzte. Die Vereinten Nationen teilten Pal\u00e4stina ein zwei fast \u00e4quivalente Gebiete Israel und Pal\u00e4stina, um den \u00dcberlebenden des Holocausts ein eigenes Staatsgebiet zu schaffen. In der Mitte Pal\u00e4stinas Jerusalem als unabh\u00e4ngige Stadt. Die bis heute einzige UN-Resolution, die Israel je anerkannt, Pal\u00e4stina allerdings abgelehnt hatte.<br \/>\nDie Referentin zeigte eine Karte und betonte die damalige Gleichheit beider Gebiete.<br \/>\nSie sprach Bedauern dar\u00fcber aus, dass keines der V\u00f6lker dem anderen das Land g\u00f6nnte. Ein j\u00fcdisches Volk, Jahrhunderte lang ohne Land auf der einen Seite, und ein arabisches, dessen Land besetzt ist, auf der anderen.<br \/>\n\u201eWarum m\u00fcssen wir mit unserem Land bezahlen f\u00fcr etwas, das wir nicht getan haben?\u201c. Eine Frage, welche einst Mukarkers Gro\u00dfvater stellte, die Sicht der Pal\u00e4stinenser beschreibt und bis heute unbeantwortet geblieben ist.<br \/>\nDenn von der knappen H\u00e4lfte des Gebiets, welches den Arabern 1947 zugesprochen wurde, verblieben nur der Gaza-Streifen und das Westjordanland.<br \/>\n\u201eDas Rad der Zeit kann man nicht zur\u00fcckdrehen\u201c, klagte sie. Faten Mukarkers Stimme bekam einen merkbar traurigeren Ton, als sie erz\u00e4hlte, dass einen Tag sp\u00e4ter der B\u00fcrgerkrieg in ihrer Heimat ausbrach. Ein Krieg, welcher mittlerweile 47 Jahre andauert, unz\u00e4hlige Menschenleben gefordert hat und nach dessen Ende sich Juden und Araber gleicherma\u00dfen sehnen.<br \/>\nDie Rednerin zeigte Bilder aus ihrer Heimat. Meterhohe Mauern, die israelische von pal\u00e4stinensischen Regionen trennen und ein St\u00fcck weit ihren eigenen Garten geteilt haben. Kinder, die mit den Resten der Bomben auf den Stra\u00dfen spielen. Zerst\u00f6rte Olivenb\u00e4ume, welche die Existenz Vieler bedeuteten. \u00dcberf\u00fcllte Checkpoints. Patrouillierende Soldaten an Grenzposten.<\/p>\n<p><strong>\u201eDie Menschen haben nur einen R\u00fcckblick, keinen Weitblick.\u201c<br \/>\n<\/strong><br \/>\nEs gibt einige wenige Juden, die sich f\u00fcr den Frieden einsetzen. Doch Mukarker macht deutlich, mit welchem Risiko das f\u00fcr die Frauen und M\u00e4nner Israels verbunden ist. Wer beispielsweise den Kriegsdienst verweigert, habe kaum noch Chancen, Karriere zu machen. Und das obwohl sich die meisten, die verweigern, gar nicht als Pazifisten oder Helfer der Araber sehen, sie sind lediglich gegen die T\u00f6tung von Zivilisten.<\/p>\n<p><strong>\u201eMan z\u00e4unt nur das ein, was einem nicht geh\u00f6rt.\u201c<br \/>\n<\/strong><br \/>\nManchen tue es wirklich Leid. Die Referentin berichtete von einem Befehlshaber, welcher sich mit den Worten \u201eI&#8217;m really sorry\u201c bei ihr entschuldigt hatte, als er und seine M\u00e4nner damit begannen, den Grund der Familie mit einem Zaun zu teilen. Leise, damit es seine Truppe nicht mitbekam. Sie schien ihm zu glauben.<\/p>\n<p>Nach knapp zwei interessanten Stunden beendete Frau Mukarker ihren Vortrag. Mit einer Geschichte, die eine nachdenkliche Stimmung hinterlie\u00df. Sie erz\u00e4hlte davon, wie sie mit ihrer Tochter das 25. Jubil\u00e4um des Berliner Mauerfalls im Fernsehen verfolgte. Ihre Tochter fragte sie: \u201eUnsere Mauer ist so hoch, wer soll mich da hochziehen? Und so schmal, wie soll ich darauf tanzen, wenn unser Tag gekommen ist?\u201c<br \/>\nFaten Mukarkers Antwort steht f\u00fcr Hoffnung: \u201eDas ist egal, Hauptsache er kommt.\u201c<br \/>\nEinestages m\u00f6chte sie zur\u00fcckkehren. Mit Teilen ihrer Mauer, die sie und ihre Landsleute verkaufen w\u00fcrden wie einst die Menschen aus Deutschland. Sie hoffe auf ein Wiedersehen. Das hoffen wir auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Es war eine einpr\u00e4gsame Erz\u00e4hlung \u00fcber die Geschichte der Pal\u00e4stinenser und das Leben hinter Mauern, das gerade in Deutschland nicht jedem unbekannt ist.<br \/>\nEs war die Wahrheit. Aus der Sicht einer Pal\u00e4stinenserin und mit ihren Worten.<\/p>\n<p>Foto: Grenze bei Bethlehem \/ Paolo Cuttitta \/ <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\" style=\"color:#E64946\">CC BY 2.0<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":11,"featured_media":1237,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,9],"tags":[32,33,34],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/668"}],"collection":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=668"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/668\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1392,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/668\/revisions\/1392"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=668"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=668"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=668"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}