{"id":785,"date":"2015-02-18T14:09:36","date_gmt":"2015-02-18T13:09:36","guid":{"rendered":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=785"},"modified":"2019-06-27T20:00:40","modified_gmt":"2019-06-27T18:00:40","slug":"das-derby-der-schande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/?p=785","title":{"rendered":"Das Derby der Schande"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_786\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Derby.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-786\" class=\"wp-image-786 size-medium\" src=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Derby-225x300.jpg\" alt=\"Derby\" width=\"150\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Derby-225x300.jpg 225w, https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Derby-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-786\" class=\"wp-caption-text\">Foto: M. Bong<\/p><\/div>\n<p>Am diesj\u00e4hrigen Valentinstag machten sich zwei Fu\u00dfballverr\u00fcckte aus Bayern auf den beschwerlichen Weg nach Gladbach &#8211; was sie dabei erlebten..<\/p>\n<p>Das 82. rheinische Derby fand im Borussia Park statt und die Rollenverteilung schien klar verteilt. Die Borussia weilte auf Schlagdistanz zu den Champions-League Pl\u00e4tzen und der Effzeh k\u00e4mpfte gegen den Abstieg. K\u00f6ln galt zwar als beste Ausw\u00e4rtsmannschaft hinter den Bayern, doch in den letzten acht Begegnungen der beiden Teams gelang K\u00f6ln kein einziger Sieg und ein Torverh\u00e4ltnis von 4:20 zeigte das klare Machtverh\u00e4ltnis der beiden Rivalen.<\/p>\n<p>Dabei galt die Borussia aus Gladbach bis in die 70er Jahre f\u00fcr viele K\u00f6lner nur als niedlicher Provinzklub. Bis Hennes Weisweiler, k\u00f6lsche Legende und zuvor von 1948 bis 1952 und von 1955 bis 1958 selbst Trainer der Gei\u00dfb\u00f6cke, die Gladbacher aus der Regionalliga in die neu gegr\u00fcndete Bundesliga und schlie\u00dflich 1974 mit dem Gewinn des Uefa Cups an die europ\u00e4ische Spitze f\u00fchrte. Durch Weisweilers pers\u00f6nliche Fehde mit K\u00f6ln Boss Kremer entstand \u00fcberhaupt erst die heutige brisante Feindschaft.<\/p>\n<p>Vor diesem brisanten Spiel wurden schon etliche Ma\u00dfnahmen getroffen um die Sicherheit w\u00e4hrend dessen zu gew\u00e4hrleisten. So waren bis zu 1400 Polizisten im Einsatz und trotz der herrschenden f\u00fcnften Jahreszeit, dem Karneval, war es den Zuschauern verboten mit Gesichtsverschleiernder Verkleidung das Stadion zu besuchen. Durch die Choreografie der Gladbacher Anh\u00e4nger, auf welcher einen Gladbach Fan einen k\u00f6lschen Gei\u00dfbock den Hintern versohlte, wurde die Stimmung allerdings zus\u00e4tzlich angeheizt. Die mitgereisten K\u00f6lner \u201eFans\u201c lie\u00dfen dies nicht auf sich sitzen und z\u00fcndeten umgehend Pyrotechnik, woraufhin das Spiel erst mit f\u00fcnfmin\u00fctiger Versp\u00e4tung angepfiffen werden konnte.<\/p>\n\n<p>Das Spiel selbst verlief dagegen \u00fcberaus langweilig. K\u00f6ln spielte extrem defensiv, fast schon destruktiv. Eigene Angriffsbem\u00fchungen fanden, bis auf Ausnahme eines Distanzschusses von Risse in der 40. Minute, nicht statt und man beschr\u00e4nkte sich nur auf die Zerst\u00f6rung des Gladbacher Spiels. Diese wiederum wirkten reichlich \u00fcberfordert und erarbeiteten sich nur m\u00fchselig Chancen, da sie, trotz der nicht vorhandenen Angriffsbestrebungen der K\u00f6lner, auf defensive Stabilit\u00e4t bedacht waren. Die daraus resultierenden R\u00fcckp\u00e4sse wurden von der \u00fcberzogenen Erwartungshaltung der Heimfans gnadenlos ausgebuht. Die meisten schienen schon vergessen zu haben, dass Gladbach selbst 2010\/2011 nur durch die Relegationsspiele gegen Bochum die Klasse halten konnte. Die gr\u00f6\u00dfte Chance f\u00fcr Gladbach hatte Rechtsverteidiger Julian Korb, welcher mit einer abgef\u00e4lschten Bogenlampe in der 30. Minute FC-Keeper Timo Horn zu einer starken Parade zwang. Zur Pause blieb es so beim gerechten 0:0<\/p>\n<p>Die zweite Halbzeit begann, wie die erste anfing: Mit Pyrotechnik der K\u00f6lner M\u00f6chtegern-Fans. Nach einmin\u00fctiger Unterbrechung der Partie ging es dann aber personell unver\u00e4ndert weiter. Und auch das Spielgeschehen \u00e4nderte sich nur marginal. Gladbach rannte an, erarbeitete sich aber immer gr\u00f6\u00dfere Chancen. So war es wiederum Horn zu verdanken, dass er den Schuss von Nationalst\u00fcrmer Max Kruse, welcher nach feinem Pass von Granit Xhaka in der 58. Minute v\u00f6llig frei vor dem Schlussmann auftauchte, mit einem blitzartigen Reflex abwehren konnte. Kurz darauf versuchte sich der Schweizer Nationalspieler Xhaka selbst an einem Distanzschuss aus 18 Metern, doch wieder war es der starke Timo Horn der f\u00fcr K\u00f6ln retten konnte. K\u00f6ln wirkte sichtlich eingesch\u00fcchtert aufgrund dieser Doppelchance und zog seine beiden dicht gestaffelten Viererketten zus\u00e4tzlich zur\u00fcck, wodurch das Spiel wieder mehr verflachte und zeitweise an Spiele aus der C-Klasse erinnerte, da die K\u00f6lner Defensivspieler den Ball nur \u201elang und weit nach vorne bolzten\u201c. Erst in der Nachspielzeit konnte Gladbach schlie\u00dflich nach einem vermutlich unberechtigten Freisto\u00df durch einen Kopfball des v\u00f6llig freistehenden Xhaka den verdienten 1:0 Endstand erzielen.<\/p>\n<p>Mit dem Schlusspfiff allerdings fing das Unglaubliche erst richtig an. Ca. 25 K\u00f6lner \u201eFans\u201c st\u00fcrmten, von den Ordnern v\u00f6llig unbedr\u00e4ngt, den Platz. Beide Mannschaften fl\u00fcchteten daraufhin in die Kabinen. Die K\u00f6lner Chaoten waren von dem mangelnden Aktionismus der Ordner und Sicherheitskr\u00e4fte sichtbar irritiert und wandelten, wie vorher die K\u00f6lner Mannschaft, orientierungslos auf dem Spielfeld umher. Ratlos gingen die meisten der Platzst\u00fcrmer anschlie\u00dfend wieder in ihren Block, w\u00e4hrend einige andere, die einen alternativen Fluchtweg suchten, von ebenfalls \u00fcber die Absperrungen gekletterten Gladbachern ordentlich Pr\u00fcgel bezogen. Die Sicherheitskr\u00e4fte waren, trotz ausreichender Anzahl, mit der Situation komplett \u00fcberfordert. Bewegte Bilder des Szenarios machten bereits auf youtube die Runde: <a title=\"Youtube Link\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vGov15gHmAM\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vGov15gHmAM<\/a><\/p>\n<p>Die Vorstandschaft des 1.FC K\u00f6ln verurteilte die Aktion direkt nach Spielschluss zutiefst und zog daraus erste Konsequenzen: Der Gruppierung \u201eBoyz\u201c wurde der Fanclubstatus aberkannt. Trotzdem winken dem 1.FC K\u00f6ln Sanktionen durch den DFB, da er Klub schon des \u00f6fteren durch Verfehlungen seiner Fans auf sich aufmerksam machte und bereits seit M\u00e4rz 2014 f\u00fcr 9 Monate auf Bew\u00e4hrung spielte. Ein m\u00f6glicher Teilausschluss oder gar ein kompletter Zuschauerausschluss gelten als m\u00f6gliche Konsequenzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das 82. rheinische Derby fand im Borussia Park statt und die Rollenverteilung schien klar verteilt. Die Borussia weilte auf Schlagdistanz zu den Champions-League Pl\u00e4tzen und der Effzeh k\u00e4mpfte gegen den Abstieg.<br \/>\n<br \/>\nFoto: M. Bong<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":9,"featured_media":786,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[37],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785"}],"collection":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=785"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2569,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions\/2569"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bos-scheyern.de\/sz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}