„Fridays for Future“-Demonstration in Pfaffenhofen

PFAFFENHOFEN A.D. ILM: Es ist Freitag, der 20.September. Gegen 11:00 Uhr versammeln sich einige Klimaaktivisten am Pfaffenhofener Hauptplatz. Anlass für das Zusammentreffen der Demonstranten ist die Tagung des Klimakabinetts in Berlin sowie der anstehende UN-Gipfel in New York. Dem Aufruf der „Fridays for Future“-Bewegung (FFF), sich freitags für Klimaschutz zu engagieren anstelle zur Schule zu gehen, folgten dabei nicht nur die Pfaffenhofener, sondern ca. 4 Millionen Menschen in zahlreichen Städten auf der ganzen Welt. Der dritte globale Klimastreik ließ jedoch nicht nur die Stimmen der Befürworter lauter werden, sondern auch die der „Fridays for Future“-Gegner. Bereits seit 2018 verweigert die damals 15-jährige Schwedin Greta Thunberg den Unterrichtsbesuch und geht stattdessen auf die Straße, um für das Klima zu kämpfen. Damit wurde sie innerhalb eines Jahres zur Symbolfigur der heute weltbekannten „Fridays for Future“-Bewegung und regt Menschen in allen Ländern der Welt dazu an, sich besser um Natur und Umwelt zu kümmern. Von Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert bis heute hat sich die Erde laut IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) um ungefähr ein Grad Celsius erwärmt. Um enorme Schäden zu verhindern, welche die Welt durch den steigenden Meeresspiegel und brennende Wälder nehmen würde, fordert Greta Thunberg: „Wir müssen die fossilen Brennstoffe im Boden lassen!“. Konkret verlangen die FFF-Unterstützer also den Kohleausstieg bis 2030 und eine Steuer auf Treibhausgasemissionen und somit die Einhaltung des Pariser Abkommens aus dem Jahr 2015. Anlässlich des großen Klimastreiks schlossen sich einige Schülerinnen und Schüler der Georg-Hipp Realschule in Pfaffenhofen der FFF-Veranstaltung an und marschierten bereits vor Beginn der Vorträge lautstark mit Trommeln und selbst gebastelten Schildern um den Hauptplatz. Mittlerweile zeigen sich die meisten Schulen im Landkreis kulant und gestatten den Schülern das Fernbleiben vom Unterricht für die Veranstaltungen. Beispielsweise kooperiert die Berufliche Oberschule Scheyern mit ihren Schülern, die im Gegenzug zur Teilnahme an der Demonstration ein Umweltprojekt an der Schule organisieren sollen. Redner waren am Freitag unter anderem auch der Veranstalter Manuel Hummler, Bürgermeister Thomas Herker, der engagierte Vater Carsten Kühnel, der auch einen offenen Brief an das Schyren-Gymnasium verfasste, und viele weitere. Selbst die Jüngsten fanden den Mut, sich auf die Bühne zu stellen und ihre Meinung preiszugeben. Neben politischen Forderungen konnte man auch individuelle Verbesserungsvorschläge, wie beispielsweise die Nutzung ökologisch abbaubarer Kaffeebecher, vernehmen. Andererseits wurde in Form von unzähligen Hass-Kommentaren auf sozialen Netzwerken auch Kritik an der Demonstration geübt. Außerdem wurde von Autoliebhabern eine Gegengruppe namens „Fridays for Hubraum“ gegründet, welche jedoch nach wenigen Tagen auf Grund von unangemessenen Äußerungen wieder vorübergehend deaktiviert und bereinigt werden musste. Nutzer sprachen in der Gemeinschaft Morddrohungen gegen Greta Thunberg aus und schrieben: „Was kostet eigentlich so ein Auftragsmord?“, oder „Wenn die ganze Welt so schlecht ist… warum geht das Kind nicht einfach sterben?“ Zum Ende des ereignisreichen Tages brachte das Klimakabinett den neuen Klimafahrplan für die kommenden Jahre an die Öffentlichkeit: ein fester CO2 -Preis (welcher ab 2021 bis 2025 stetig steigen soll), eine höhere Pendlerpauschale (ab dem 21. Kilometer + 5 ct pro Kilometer), die Förderung klimafreundlicher Heizsysteme etc… Greta und ihre Anhänger geben sich allerdings mit diesen für sie unzureichenden Verordnungen nicht zufrieden. Mehrmals wiederholt sie in ihrer Wutrede beim Klimagipfel in New York „How dare you?!“ und appelliert so direkt an die versammelten Staats- und Regierungschefs, nach besseren Lösungen zu suchen.

E. Buchberger

A. Sokacz