Politischer Fatalismus oder pures Desinteresse?

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Foto: Tim Reckmann / pixelio

Warum junge Leute den Gang zur Urne scheuen

Dass die Zahlen der Wahlbeteiligung in Deutschland schon seit Jahrzehnten rückläufig sind, ist kein Geheimnis. Auch den Parteien ist das nicht unbekannt.

Weswegen sich gerade junge Leute dezent zurück halten, hat eigentlich nur einen Grund.

Stellt man in seinem Bekanntenkreis die Frage, ob der Gegenüber bei der letzten Wahl denn seine Stimme abgegeben hat, werden die Ergebnisse überall ähnlich sein:

Etwa die Hälfte schon, die andere nicht. Wahlforscher kamen zum selben Fazit: 63% der 21- bis unter 25-Jährigen gingen im Jahr 2009 wählen. Damit war das die Altersgruppe mit der geringsten Anzahl derer, die ihre Kreuze machten. Das war schon immer so, auch die Herabsetzung des Wahlalters 1972 konnte daran nichts ändern.

Doch warum gehen die jungen Leute seltener zum Wählen?

Einer Forsa-Befragung zur Folge, wünschen 81% der 14 bis 29-Jährigen mehr politische Bildung durch die Schulen oder Universitäten. Was macht das Kultusministerium? Es kürzt. Beispielsweise in den beruflichen Oberschulen. Ab dem Schuljahr 2016/17 erhalten die Schüler nicht mehr drei Stunden Sozialkundeunterricht pro Woche, sondern nur noch zwei pro Woche.

Alles schön und gut, die persönliche Gewichtung der Stundenanzahl des Faches ist subjektiv, die Streichung jener Stunden fragwürdig.

Trotzdem, wo sind all die zoon-politicons? Aristoteles würde sich im Grabe umdrehen. Denn schon er hat gesagt, dass der Mensch nicht nur das Recht auf politische Mitbestimmung hat, sondern auch das Bestreben nach Mitgestaltung. Doch warum strebt unsere Generation nicht mehr? Weil ihnen die politische Bildung nicht auf Tellern serviert wird. Sonst allzeit an ihren Smartphones, aber die Wahlprogramme der verschiedenen Parteien können nicht „gegoogelt“ werden. Dabei kann es der heutigen Informationsgesellschaft doch kaum mehr leichter gemacht werden. Der „Wahl-O-mat“ zum Beispiel grenzt die in Frage kommenden Parteien ja schon individuell ein. Am Ende heraus kommt ein persönliches Ranking der zu einem passenden Programme. Und wem das nicht reicht, hat doch alle Möglichkeiten, sich zu informieren. Selbst ist der Wähler!

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