Mia san Mia

Mia san mia. Dieser kurze Satz steht für Bayern. Er wird mit Stolz und Selbstbewusstsein gesprochen, um die eigene Heimatverbundenheit und Kulturzugehörigkeit auszudrücken. Doch was ist das für eine Heimat, was ist das für eine Kultur?

Der Klischeebayer wird, schon seit einigen Generationen als dickköpfig und engstirnig verschrien und wird wenn er in den restlichen 15 Bundesländern Deutschlands einen bairischen Dialekt spricht, an-, wenn nicht sogar ausgelacht. Obwohl die Bayern oft als hinterweltlerisch und ungebildet dargestellt werden, sind sie beim PISA-Test doch immer auf den vorderen Plätzen vertreten und ihre traditionelle Kultur ist auf der ganzen Welt bekannt. Bier, Lederhosen, der bairische Dialekt und natürlich das Oktoberfest sind typisch bairisch ist wohl die breite Meinung.

Aber was ist typisch bairisch in der heutigen Zeit? Aus einer Mass Bier und gemütlichem Beisammensein auf dem Oktoberfest wurde Komasaufen, die Lederhosen sind inzwischen aus Plastik und Dialekt spricht man meist nur noch in den ländlichen Gegenden. Die Globalisierung hat nun also auch das urige Bayern erreicht und rüttelt an dessen Tradition und Kultur. Die große weite Welt lockt mit Abenteuern und Unbekanntem, die erforscht und mitgebracht werden wollen. Doch das Mitbringsel und Internet nicht nur positive Auswirkungen haben, merkt nun langsam auch der liebe Bayer. Anglizismen halten Einzug und verändern zusammen mit der Schul- und Schriftsprache Hochdeutsch das Sprachbild in Bayern. 2009 wurde Bairisch sogar von der UNESCO als gefährdete Sprache eingestuft. Dies sollte die bayerische Bevölkerung eigentlich aufrütteln, hat jedoch bis heute noch keine Veränderung bewirkt.

Sich anderen Kulturen zu öffnen, bedeutet auch immer, die eigene Kultur noch mehr zu pflegen und zu bewahren, bevor sie anfängt, unwiderruflich auszusterben. Der Respekt vor der eigenen Kultur, der Stolz auf die eigene Kultur setzt immer voraus, dass diese Kultur gelebt wird, in Bayern ist es nun höchste Zeit, nicht nur das Bayern-Klischee, sondern auch wieder die bairische Kultur und Sprache zu leben.

Dieser Artikel ist Teil der Seminararbeit „Medienseminar: Dialekt und Hochsprache; Kurzfilm: Der Sprachtest“ von Christina Dierl. Die Seminararbeit behandelt unter anderem die Verdrängung von Dialekt und Mundart zugunsten der Hochsprache, um dies auch Medial darzustellen, wurde die Kurzszene „Der Sprachtest“ von Felix Mitterer verfilmt.

Dies ist die Verfilmung der Kurzszenen

1 Kommentar on Mia san Mia

  1. N. Gürtner // 18.01.2016 um 14:19 // Antworten

    Ein wirklich gelungener Kurzfilm mit einem großartigen Protagonisten, der in Sprache und Darstellung auf ganzer Linie überzeugt.

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